Motorsport: Ausgleichende Gerechtigkeit

Zwei Wochen nachdem Sébastien Buemi der grosse Triumph in Le Mans in letzter Minute durch die Lappen gegangen war, sorgte er am vergangenen Wochenende bei einem ähnlichen Hitchcock-Finale der FIA Formel-E-Meisterschaft in London selbst dafür, dass ihm ein zweites traumatisierendes Schicksal erspart blieb. Mit einem Pünktchen Rückstand auf Lucas di Grassi ging Sébastien Buemi am […]

Ende gut, alles gut: Zwei Wochen nach der Riesenenttäuschung von Le Mans kann Sébastien Buemi wieder Freude zeigen und seinen bisher grössten Karriereerfolg feiern.

Mit einem Pünktchen Rückstand auf Lucas di Grassi ging Sébastien Buemi am Samstag ins erste der beiden Rennen im Battersea Park von London. Weil beide in ihren Qualifying-Gruppen Pech mit der wechselhaften Witterung hatten, mussten sie sich mit den Startplätzen 10 und 12 begnügen. Daraufhin zeigten sie eine grandiose Aufholjagd mit tollen Überholmanövern, die sie auf die Ränge 4 (Lucs di Grassi) und 5 (Sébastien Buemi) brachte. Damit büsste der Schweizer also nochmals zwei Zähler ein.

Doch am Sonntagmorgen eroberte  der völlig entfesselte Waadtländer mit dem Werks-Renault FE15 die Poleposition und damit drei wichtige Zusatzpunkte. Somit herrschte vor dem alles entscheidenden Schlusslauf Gleichstand. Sébastien Buemis Teamkollege Nicolas Prost hatte am Vortag gewonnen und sich als Zweiter aufgestellt, womit ihm der Frankoschweizer wertvolle Schützenhilfe leisten konnte. Dies wusste der als Dritter gestartete Brasilianer, worauf er sich am Ende der langen Startgeraden an Prost und der Mauer vorbei hinter Sébastien Buemi zwängte und diesen beim Anbremsen prompt abschoss.

Auf dem Weg zum Meistertitel: Der Schweizer war mit dem Werks-Renault in London der Schnellste im ganzen Feld, was am Ende ausschlaggebend war.
Auf dem Weg zum Meistertitel: Der Schweizer war mit dem Werks-Renault in London der Schnellste im ganzen Feld, was am Ende ausschlaggebend war.

Sébastien Buemi beweist Können und Nervenstärke
Während Nicolas Prost erneut zum Sieg fuhr, schleppten sich die beiden Havaristen an ihre Boxen, wo sie ins zweite Auto umstiegen. Nun hatte Sébastien Buemi nur noch eine Chance: Er musste die schnellste Rennrunde drehen und so mit den zwei Zusatzpunkten die Wende zu seinen Gunsten herbeiführen. Jetzt zeigte sich nochmals die fahrerische Klasse und Nervenstärke von Sébastien Buemi. Der Schweizer fuhr im dichten Verkehr von London zweimal Rundenbestzeit, die der Brasilianer nicht zu parieren vermochte. Lucas di Grassi kapitulierte und gab kurz vor dem Rennende auf, womit Sébastien Buemi und das Team Renault e.dams als Formula E Champions 2016 feststanden. Was für ein Wechselbad der Gefühle hat der 27-jährige Romand aus Aigle VD in den letzten beiden Wochen erlebt! Es gibt sie eben doch, die ausgleichende Gerechtigkeit. Auch im Motorsport.

www.fiaformula.e
Fotos: FIA Formula E

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