Formel 1: Der Sauber zum Jubiläum

FORMEL 1 Mit einem komplett neuen Rennwagen startet das Sauber F1 Team in seine 25. Formel-1-Saison. Der C36 entspricht dem neuen technischen Reglement mit breiteren Reifen und grösseren Flügeln. Dank einer inzwischen soliden finanziellen Basis kann der Neue aus Hinwil stetig weiterentwickelt werden. In einer Woche beginnen in Barcelona die Formel-1-Testfahrten im Hinblick auf den […]

Breitere Pirelli-Reifen, breitere Flügel: Der Sauber C36-Ferrari kommt imposanter daher als sein Vorgänger.

In einer Woche beginnen in Barcelona die Formel-1-Testfahrten im Hinblick auf den WM-Start am 26. März in Australien. Für alle zehn Teams beginnt eine neue Ära. Für das Sauber F1 Team ist 2017 ein spezielles Jahr, das die mehrjährige Durststrecke vergessen machen soll: Es ist die 25. Saison des von Peter Sauber gegründeten Teams in der Formel 1. Nur Ferrari, McLaren und Williams sind permanent länger dabei.

Mit dem neuen Besitzer Longbow Finances S.A. kann sich die Sauber Group als Ganzes stabilisieren und so auch in der Formel 1 eine solide Basis für eine konkurrenzfähige und erfolgreiche Zukunft schaffen. CEO und Teamchefin Monisha Kaltenborn sieht jedenfalls spannende Zeiten auf das Team zukommen: „Zusammen mit Longbow eröffnen sich uns grosse Möglichkeiten, um wieder konkurrenzfähiger zu werden und zu alten Erfolgen zurückkehren zu können. Mit einer insgesamt neuen Herangehensweise wollen wir uns gegenüber unseren Konkurrenten besser positionieren. Die ersten Schritte haben wir diesbezüglich bereits eingeleitet – mit der Erstellung eines stabilen Fundaments, auf dem wir für die Zukunft aufbauen können.“

Monisha Kaltenborn: Die Teamchefin ist zuversichtlich, dass Sauber F1 im Jubiläumsjahr nicht mehr hinterher fahren wird.

Ungeachtet dessen, dass sich die Formel 1 und ihre Teams mit dem neuen technischen Reglement ab 2017 einmal mehr auf Neuland begibt, hat das Sauber F1 Team seine Erwartungen klar festgelegt. „Wir müssen uns deutlich verbessern“, sagt Monisha Kaltenborn. „Mit dem neuen Auto haben wir eine solide Basis und dazu ebenso die Ressourcen, um den Sauber C36-Ferrari im Laufe der Saison weiterentwickeln zu können. Das wird wichtig sein, um uns im Mittelfeld etablieren zu können.“

Mehr Abtrieb und aerodynamische Stabilität
Die auffallendsten Änderungen, die den Sauber C36-Ferrari aufgrund des neuen Reglements prägen, fasst der neue Technische Direktor Jörg Zander so zusammen: „Die Fahrzeuge werden wieder breiter, von 1,80 auf 2 Meter, es gibt um 25% breitere Reifen, die Front- und Heckflügel werden ebenfalls breiter und dazu wird der Diffusor vergrössert. Insgesamt bedeutet das mehr Abtrieb, mehr Grip und damit schnellere Rundenzeiten.“

So ging es beim Konzept fürs neue Auto darum, den Luftwiderstandsbeiwert wegen der breiteren Reifen auf ein Minimum zu reduzieren sowie eine deutliche Gewichtsersparnis zu erreichen, wie etwa durch die neue Überrollstruktur. Beim Leichtbau ist man in gewissen Bereichen bis ans Limit gegangen. Das Aero-Konzept beinhaltet die Optimierung von Front- und Heckflügel sowie Unterboden. Kühler, Sidepods und Bodywork wurden so schmal wie möglich gefasst. Deutliche Fortschritte gab es auch puncto mehr Abtrieb. Dabei geht es auch darum, dass der Abtrieb, der übers Fahren generiert wird, in verschiedenen Streckenpassagen stabil bleibt. Jörg Zander präzisiert die geänderte Entwicklungs-Prozedur: „Wir schauen mehr in Richtung aerodynamische Stabilität, im Gegensatz zu Maximierung von Abtrieb.“

 

Von Grund auf neu konzipiert
„Im Grunde sind grosse Teams auch bei gravierenden Änderungen des Reglements im Vorteil“, sagt Jörg Zander, „doch wenn Karten neu gemischt werden, ergeben sich immer auch Chancen.“ Der Sauber C36-Ferrari ist breiter, niedriger und wirkt mit den breiten Pirelli-Reifen wuchtiger als das Vorjahresmodell C35. Die Breite der Vorderreifen erweiterte sich von 245 auf 305 mm, jene der Hinterreifen von 325 auf 405 mm.

Was gegenüber 2016 gleichgeblieben ist: Auch die breiteren Reifen werden Rennen entscheiden können, wenn es um das Funktionieren und Harmonieren mit der Fahrzeugeinstellung sowie den Reifen-Verschleiss geht. „Mit den Reifen könnte man Defizite kaschieren und auch etwaige Konzepte besser zum Funktionieren bringen“, sagt Jörg Zander.

Werbung in eigener Sache: 2017 ist die 25. Saison von Sauber in der Formel 1. Auffallend viel Fläche am neuen Auto ist noch für Sponsoren frei.

Vom C35-Vorgänger konnte kein Teil übernommen werden. Auch der Ferrari-Antriebsstrang, Konfiguration Abu Dhabi 2016, kommt erstmals im C36 zum Einsatz. Neu können in dieser Saison nur noch jeweils vier der bekannten sechs Einheiten eines Antriebsstrangs straffrei gewechselt werden. In den nächsten Jahren wird die Anzahl weiter reduziert, weshalb sich die Hersteller mehr auf die Standfestigkeit als auf den Topspeed ihrer Aggregate konzentrieren werden.

Jörg Zander sieht im 2016er Motor „ein bewährtes System, mit zu Beginn höherer Standfestigkeit“. Zudem sei dies bezüglich Konstruktions-Ressourcen bei der Entwicklungsplanung des C36 ein Vorteil gewesen. „Wir konnten frühzeitig loslegen und das Motorumfeld definieren, weil uns der gesamte Antriebsstrang und die damit verbundenen Kühlanforderungen bekannt war.“

http://www.sauberf1team.com

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