Formel E: Schwarzer Tag für Sébastien Buemi
FORMEL E Trainingsunfall, Strafversetzung, tolle Aufholjagd mit vielen Berührungen und am Ende doch die Disqualifikation – der erste Finaltag in Kanada war für den Waadtländer ein Desaster. Der Titel ist nun kaum noch zu holen. Dieser Tag gehört für Sébastien Buemi zu einem der schlimmsten in seiner Karriere. Mit 10 Punkten Vorsprung reiste der Waadtländer […]

Dieser Tag gehört für Sébastien Buemi zu einem der schlimmsten in seiner Karriere. Mit 10 Punkten Vorsprung reiste der Waadtländer zum grossen Finale in Montreal. Doch nach dem Rennen vom Samstag liegt er nun 18 Punkte hinter dem Brasilianer Lucas di Grassi zurück.
Im zweiten freien Training machte Buemi einen seltenen Fahrfehler und prallte mit dem Renault Z.E. 16 am Ausgang der Schikane heftig in die Mauer. Das Team Renault edams war zu einem Wechsel des Monocoques gezwungen.
Die Franzosen schafften es, Buemi in nur drei Stunden bis zum Start einen neuen Elektrorennwagen hinzustellen. Mit dem anderen Auto fuhr der Schweizer den zweiten Startplatz heraus. Weil der Ersatzwagen aber eine neue Batterieeinheit benötigte, erfolgte laut Reglement eine Strafversetzung auf den zwölften Startplatz.

In einem turbulenten Rennen über 35 Runden à 2,7 km, in denen es zu vielen Berührungen mit seinen Gegnern kam, gelang Buemi zwar der Vormarsch auf den vierten Rang. Leider erwies sich das verwendete Auto bei der technischen Schlussabnahme als leicht untergewichtig.
Obwohl die Stewards nachvollziehen konnten, dass in der Hitze des Gefechts das Gewicht des neu aufgebauten Wagens offenbar nicht genau überprüft worden war, blieb ihnen nichts anderes übrig als Buemi zu disqualifizieren und die ganze Arbeit des Teams damit zunichte zu machen.
Zu allem Übel für Sébastien Buemi und das Renault-Team sahnte der grosse Titelrivale Lucas di Grassi aus dem Abt Schaeffler Audi Team voll ab. Zuerst eroberte der Brasilianer die drei Zusatzpunkte für die Poleposition. Anschliessend verwandelte er sie trotz zwei Safety Car-Phasen in einen souveränen Start–Ziel-Sieg.

Ende schlecht, alles schlecht
Damit übernahm Di Grassi erstmals in dieser lange vom Schweizer dominierten Saison 2016/2017 (sechs Siege in den ersten acht Rennen) die Tabellenspitze. Das vorletzte Rennen in New York, wo am 15. und 16. Juli ebenfalls ein Doppellauf auf dem Programm stand, hatte Buemi auslassen müssen. Grund war die Terminüberschneidung mit der WEC auf dem Nürburgring, wo der Einsatz mit Toyota laut Vertrag Vorrang hatte.
Um doch noch Meister werden zu können, kann Buemi heute nur auf einen ebenfalls rabenschwarzen Tag seines Widersachers hoffen. Er selbst muss mindestens einen Podestplatz und sämtliche Zusatzpunkte für Pole und schnellste Rennrunde holen.
Das letzte Rennen wird heute Abend von 21.55 bis 23.10 Uhr (MESZ) von DMAX live übertragen.