Formel E: Frust statt Happyend für Buemi
FORMEL E Das Worst-Case-Szenario traf ein. Nach der Absenz in New York kam Sébastien Buemi auch beim Finale der FIA Formel E in Kanada zu keinen weiteren Punkten. Der lange Zeit überlegene Titelverteidiger musste die Tabellenführung am letzten Rennwochenende abgeben. Rückblende: Während seine Gegner am 15. und 16. Juli zweimal in New York fuhren und […]

Rückblende: Während seine Gegner am 15. und 16. Juli zweimal in New York fuhren und punkteten, musste Sébastien Buemi auf dem Nürburgring für Toyota in der Langstrecken-WM (WEC) antreten. Das Resultat ist bekannt, aufgrund eines Defekts gleich in der Einführungsrunde kam sein Toyota TS050 Hybrid in der Eifel nur auf Rang 4 ins Ziel.
Bis zu den 24 Stunden von Le Mans, wo das Pech seinen Anfang nahm, lag Buemi in der WM-Tabelle der WEC voraus. Inzwischen ist er noch Zweiter und muss hoffen, dass dem führenden Porsche-Team in einem der nächsten fünf Rennen ebenfalls einmal etwas Unplanmässiges dazwischen kommt und er selbst mit Toyota-Hilfe zurück auf die Siegerstrasse findet. Sonst ist auch dieser Zug abgefahren.

Der Anfang vom bitteren Ende
In der Meisterschaft der Formel E blieben ihm dadurch von einst 32 Punkten Vorsprung vor dem Finale von Montreal am vergangenen Wochenende noch deren 10 übrig. Nachdem Lucas di Grassi im Rennen vom Samstag von der Poleposition aus einen Start–Ziel-Sieg herausgefahren und so das Maximum von 28 Punkten erobert hatte, lag der wegen Untergewichts seines Renault Z.E.16 disqualifizierte Schweizer in der Tabelle zum ersten Mal im Hintertreffen.
18 Punkte Rückstand bei 28 möglichen Punkten waren ein Handikap, das unter normalen Umständen nicht mehr wettzumachen war. Als Buemi im Qualifying erneut ein kleiner Fehler unterlief und er sich fürs sonntägliche Rennen in Montreal nur auf Startplatz 13 wiederfand, gestaltete sich die erfolgreiche Titelverteidigung im entscheidenden Finallauf zur Mission Impossible.
Ein Treffer von hinten in der ersten Kurve besiegelte Buemis Schicksal. Er musste auf Geheiss der Rennleitung einen kurzen Stopp zur Kontrolle einlegen und hetzte dem Feld danach hinterher bis auf Rang 11 von 20 Konkurrenten.

Quasi im Schongang fuhr Lucas di Grassi im Abt Schaeffler Audi zum siebten Platz, mit dem der Brasilianer den Titel mit 24 Punkten Vorsprung sicherstellte. Wenigstens reichten die von Sébastien Buemi und Nicolas Prost in den Rennen zuvor eingefahrenen Punkte für Renault e.dams zum Gewinn der prestigeträchtigen Teammeisterschaft.
Wer sechs der ersten acht Rennen gewinnt und dann trotzdem nicht Meister wird, der kann am Ende nur so frustriert und enttäuscht sein, wie es Buemi nach diesem völlig missratenen Wochenende in Kanada war. „Bei dem Speed, den wir dieses Jahr drauf hatten, ist das jetzt hart zu akzeptieren“, waren seine ersten Worte.
Trotzdem fand der entthronte Meister die Grösse, seinem siegreichen Erzrivalen zu gratulieren. „Lucas hat mit seinem Team einen Superjob getan, ein bisschen besser als wir. Mit zwei Disqualifikationen übers ganze Jahr und zwei Rennen weniger ist der Titelkampf am Ende einfach schwierig geworden.“
Die vierte jahresübergreifende Saison 2017/18 beginnt am 2. Dezember in Hongkong. Also so spät wie noch nie und nicht mehr mitten in der Schlussphase aller anderen weltweiten Meisterschaften.
Und bis dahin dürfte der tiefe Frust von Sébastien Buemi längst wieder in Angriffslust und volle Motivation umgeschlagen haben…